Radicchio für Herbstsalate

Rotes Herz unter grüner Hülle

Das Auge isst mit. Wer hätte das nicht schon selbst erfahren. Appetitlich angerichtet das macht Lust, richtig zuzulangen. Appetitlich anrichten kann man mit Hilfe bunter Gemüse, deswegen immer abwechslungsreicher gezüchtet werden. Beispiele: farbige Mangoldstiele, gelbe Rote Bete und Zucchinis, nicht zuletzt die vielen bunten Salate.

Mit von der Partie ist Radicchio, für den es keinen deutschen Namen gibt, vielleicht auch weil Radicchio so hübsch klingt, richtig nach Italien, woher dieser Salat auch ursprünglich kommt, ist kein Salat in herkömmlichem Sinn, kein Verwandter von Schnittsalat, Kopfsalat und Konsorten. Er gehört zu Zichorie, bekannter unter Chicorée, ist demnach eine Zichorien Art.

So wie Chicorée ziemlich lange brauchte, ehe er sich endgültig bei uns etablierte und akzeptiert wurde als äußerst gesundes und abwechslungsreich zuzubereitendes Gemüse – so geht es auch Radicchio.

Ein gravierender Unterschied besteht allerdings zwischen Chicorée und Radicchio. Chicorée ist eine Wurzelzichorie. Im Herbst werden die Wurzeln geerntet und dann hauptsächlich im Laufe des Winters unter Ausschluss von Licht getrieben. Es entstehen die bekannten gelblichweißen. Radicchio wird gesät, wächst zu kleinen rundlichen Köpfen heran, wird so geerntet und zu Salatgemüse zerpflückt.

Die gleichmäßig runden Köpfe mit grün gefärbten Umblättern ungefähr 20-25 cm Durchmesser. Kräftig-rote, weißrippige Innenblätter kommen erst beim Putzen zum Vorschein. Gelangen im üblichen Gemüseangebot meist schon „geputzt“ zum Verkauf, haben demnach kaum noch Umblätter. Daher wissen Viele nicht, wie Radicchio im Normal zustand.

Radicchio kann man ab April säen, doch Anbau als Nachkultur ist im Garten sinnvoller, zumal es im Sommer genügend andere Salate gibt. Gängigste Sorte ist ’Palla Rossa’, ein Neuling ’Galileo’ mit weinrot gesprenkelten, grün-weißen Blättern. Man sät ab Mitte Juni bis spätestens Mitte Juli. Vorher ergänzt man Humus und Nährstoffe, weil Radicchio flott wachsen will.

Der Reihenabstand beträgt 25 cm. Bald nach dem Aufgehen wird auf 20-25 cm verzogen, denn zur optimalen Entwicklung ist auch Platz vonnöten. Die Ernte beginnt etwa 3 Monate nach der Aussaat, erst wenn es kühler wird und die Blätter anfangen, sich andeutungsweise rötlich zu verfärben. Sie dauert bis Winteranfang, eventuell bis Ende Dezember, falls ein Folientunnel vor kühler Nässe und Frost schützt.

Ilse Jaehner

 

 

 

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