Unkräuter

So nennt man Pflanzen, die, dort, wo sie wachsen, unerwünscht sind. Sie sind aber auch Zeigerpflanzen, die über die Beschaffenheit des Standortes Auskunft geben. Einige gedeihen jedoch fast überall. Sie sind entweder einheimisch oder aus der Fremde eingeschleppt. Letztere sind oft kaum noch auszurotten. Leider werden sie meist nicht beachtet, bis sie zur Plage werden.

„Unkraut nennt man Pflanzen, deren Vorzüge noch nicht erkannt wurden.“ (Ralph Waldo Emerson, amerikanischer Philosoph, 1803-1882). Nicht alle Pflanzen, die zunächst nutzlos scheinen, sollten als Unkraut abgestempelt werden. Immerhin schützen sie den Boden und liefern Humus. Manche werden gerne vom Vieh oder sonstigen Tieren gefressen.

Es gibt darunter auch allerlei interessantes Wildgemüse und Heilpflanzen. Ihre Blüten bieten vielerlei Insekten Nahrung, und Vögel verzehren die Samen. Viele Nützlinge sind auf das Unkraut angewiesen. Manche Schädlinge würden mangels dessen über Kulturpflanzen herfallen.

Ohne eine reichhaltige Pflanzenwelt gäbe es auch keine reiche Tierwelt. Durch die Zerstörung der natürlichen Pflanzenwelt verschwinden viele Insekten und sonstige Tiere, oder sterben eventuell aus, mit ihnen wiederum Pflanzen und Tiere, die auf solche angewiesen sind, unter ihnen auch Nützlinge. In der Natur leben alle in gegenseitiger Abhängigkeit. Das Ausbringen von Pestiziden bringt eine Verarmung mit sich und zerstört das natürliche Gleichgewicht.

Viele Pestizide sind persistent. Resistente Kräuter oder sonstige Schädlinge können sich eventuell übermäßig vermehren, wenn sie keine Konkurrenz mehr haben, und nicht mehr durch ihre natürlichen Feinde kleingehalten werden, sodass man immer stärkere Dosen oder andere Pestizide anwenden müsste. In Monokulturen, besonders von nur einem Genotyp, können Parasiten sich plötzlich gefährlich ausbreiten.

Eingeführte Arten können, trotz aller Vorsicht und bestem Willen, außer Kontrolle geraten. Es gibt davon schon eine lange Liste (Fotos von 2 Beispielen).

Gentechnisch veränderte Pflanzen mögen auf kurze Sicht wirtschaftlich interessant scheinen. Jedoch bekommen sie vielen Insekten oder anderen Tieren nicht, die dadurch verschwinden oder vielleicht sogar aussterben.

Für den Menschen oder sein Vieh – so möchte man uns glauben tun, sollen sie dann aber harmlos sein! Fremde Gene, die in die Natur entlassen wurden, kann man nicht wieder zurückholen. Bereits ausgestorbene Pflanzen oder Tiere können nicht wieder auferstehen. Die Verarmung ist nicht mehr rückgängig zu machen.

Falls, wie es die EU-Kommission vorgeschlagen hatte, nur mehr Saatgut von amtlich anerkannten Sorten hätte gehandelt werden dürfen, wäre vielen alten und bewährten, jedoch weniger verbreiteten Sorten, der Garaus gemacht worden. Die Verarmung der genetischen Vielfalt wäre praktisch zur amtlichen Vorschrift geworden.

Bauern und Gärtner wären in die Abhängigkeit von multinationalen, finanzkräftigen Saatproduzenten geraten, die oft genug selbst auch gentechnisch veränderte Pflanzen züchten und Pestizide herstellen. Der Vorschlag wurde am 11. März 2014 vom EU-Parlament mit 650 zu 15 Stimmen zurückgewiesen.

Jos. Huberty

 

 

 

 

 

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